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Die "KRR"-FAQ


Frage:

Beim Bürgertreffen der "Exilregierung" am 27. November 2004 wurden Urkunden - angeblich ausgestellt von US-Behörden - präsentiert. Ein Redner behauptete, diese belegten, daß man als "Reichsregierung" anerkannt werde. Was hat es mit diesen Urkunden auf sich?

Antwort:

Zunächst erscheint es merkwürdig, daß eine angeblich unabhängige "Exilregierung" noch immer Urkunden der USA braucht, um sich aufzuwerten oder um sich als "anerkannt" zu bezeichnen. Doch zählt dies zur Taktik der "Reichsideologen". Man möchte bei den "Kunden" möglichst Eindruck schinden. Dies geht zum einen natürlich über Zitate von Bundesverfassungsgerichtsentscheidungen. Doch es geschieht vor allem über die Vorlage von Dokumenten, die meistens möglichst eindrucksvoll aussehen und überwiegend nicht in deutscher Sprache abgefaßt sind.

Das entsprechende Video, auf dem zu sehen ist, wie u.a. die angebliche "Anerkennungsurkunde" des selbsternannten "Generalstaatsanwalts" Terhaag in die Kamera gehalten wird, verschwand kurz nach der erstmaligen Veröffentlichung wieder von den Informationsseiten der "Exilregierung". Hier ist ein Screenshot der Urkunde des "Generalstaatsanwaltes" zu sehen. Angeblich bestätigen die USA damit die Anerkennung der "Reichsregierung", "die absolute Exterritorialität" des jeweiligen Inhabers ebenso wie die volle Handlungsfähigkeit "in allen Sachen, in allen Dingen".

Die ganze Sache hat nur einen Haken: die Urkunde ist - man hat es nicht anders erwartet - eine plumpe Fälschung. Dies bemerkt man bereits an der Überschrift: "Diplomatique Note" steht dort. Leider kennt man in den USA entweder eine "Diplomatic Note" oder aber eine "Note diplomatique", nicht hingegen eine "Diplomatique Note". Dies geht aus den offiziellen Formvorschriften des US-Außenministeriums hervor, die Sie hier finden (unter "5 FAH-1 H-600 Diplomatic Notes"; PDF-Datei, 550 kb).

Weiter ist dem Handbuch 5 FAH-1 H-620 (PDF-Datei, 157 kb) zu entnehmen, daß diplomatische Noten der USA mit einem weißen Prägesiegel versehen sind, das Papier 8 1/2" x 11" groß (was nicht dem DIN A-4-Format entspricht) und weiß sein soll. All das trifft auf die "Diplomatique Note" des "Generalstaatsanwalts" Terhaag jedoch nicht zu (Screenshot). Selbst die Unterschrift entspricht nicht den Formvorschriften.

Die Anhänger der "Exilregierung" wird dieser plumpe Täuschungsversuch wahrscheinlich nicht weiter stören. Auch wenn immer wieder solche und ähnliche Dokumente der verschiedenen "Regierungen" als Fälschungen entlarvt werden, hat das dem Zulauf für diese Gruppen noch nie einen Abbruch getan. Um Ausreden war man bisher nie verlegen - und irgendwann wächst auch wieder Gras über diese Peinlichkeiten.

Dem auf der o.g. Seite ebenfalls zu findenden Handbuch 5FAH-1 H1020 (PDF-Datei, 217 kb) läßt sich übrigens entnehmen, daß es für die USA nur einen deutschen Staat gibt, der den Namen "Federal Republic of Germany" trägt.

Im August 2005 teilte Uwe Bradler übrigens im "Reichsforum" auf Nachfrage mit, daß es den "Generalstaatsanwalt" schon "seit längerer Zeit" nicht mehr bei der "Exilregierung" gebe. Er sei "aufgrund seines Verhaltens" wieder "aus dem Amt entfernt" worden (Screenshot).

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Das Wesentliche:

Bei diesen Urkunden handelt es sich um plumpe Fälschungen. In den USA kennt man entweder eine "Diplomatic Note" oder aber eine "Note diplomatique", nicht hingegen eine "Diplomatique Note".

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Letzte Änderung: 17.06.2007.

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