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Die "KRR"-FAQ


Register


Bitte beachten Sie diese einleitenden Worte zum Register

- Palleske, Hagen
- Partei Deutsches Reich (PDR)
- Peters, Werner
- P., Martina
- Rechtsnormen-Schutzverein (RNSV) -> siehe Interim Partei Deutschland
- Reez, Dieter
- Richter, Frank Wolfgang
- Roeder, Manfred
- Runde Tisch, Der


 

Palleske, Hagen

Hagen Palleske ist Gründer des "Zentralrats der KRR".
Dieser wurde am 20.07.2002 ins Leben gerufen. Er bestand zunächst aus frustrierten Mitgliedern jedenfalls der Neubauer-"KRR". Die Ziele wurden nie ganz klar. Man wollte offenbar auf jeden Fall die "Reichsidee" weiterverfolgen.

Nach Informationen von nadir.org war Palleske (Gründungs-)Mitglied der "Republikaner" (REPs) und 1985/86 deren erster Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein.

Ab ca. Oktober 2003 schien auch diese Gruppierung "Ausweise" zu verkaufen. Auf ihren Internetseiten hieß es jedenfalls "Wir geben uns eigene Legitimationspapiere." Ehrlicherweise wird auch folgendes erwähnt: "Klagen wegen 'Urkundenfälschung' oder gar 'Amtsanmaßung' wurden meist zurückgenommen oder eingestellt" (Screenshot). Zumindest die Einstellung von Verfahren wegen Urkundenfälschung erklärt sich mit der Scherzartikel-Qualität der sog. "Ausweise". Was es mit den Verfahren wegen "Amtsanmaßung" auf sich hat, ist nicht bekannt. Zur "Rechtslage" verwies man beim Zentralrat u.a. auf die "Ausarbeitung" von Hans-Werner Bracht.

Im September 2003 gab es nach Informationen von "Jungle World" (Ausgabe 42 vom 8. Oktober 2003) ein Treffen des "Zentralrats" in Borgsdorf, an dem angeblich 120 Menschen teilgenommen haben sollen. Star-Gast war... Horst Mahler. An dieser Veranstaltung nahm ebenfalls Bernhard Heldt teil, der sich nach "Jungle World" allerdings höhnisch darüber äußerte.

Auf den Internetseiten des "Zentralrats" fand sich im übrigen die Flagge, die von Mahler als die des "Vierten Deutschen Reiches" auserkoren wurde (Screenshot). So verwundert es nicht, daß Palleske neben weiteren einschlägig bekannten Personen zu den Unterzeichnern des Appells "Freiheit für Horst Mahler, Reinhold Oberlercher und Uwe Meenen" zählt.

Seit Juni bzw. September 2005 sind die bisher vom "Zentralrat" genutzten Internetadressen auf andere Eigentümer registriert und stehen thematisch nicht mehr im Zusammenhang mit der "Reichsidee". Der "Zentralrat" scheint in der Versenkung verschwunden.

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Partei Deutsches Reich (PDR)

Die "Partei Deutsches Reich" (PDR) - auch "Deutsches Reich" - wollte zur Bundestagswahl im September 2005 antreten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters Mitte August 2005 berichtete, wies jedoch der Bundeswahlausschuß auf seiner Sitzung im August 2005 den Antrag der "PDR" (und die Anträge weiterer 28 Gruppierungen) ab (Screenshot). Das bedeutet, daß die "PDR" nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde (siehe dazu auch stern.de).

Die Internetseite der "PDR" wurde relativ kurzfristig erst am 5. August 2005 registriert.

Als "1. Bundesvorsitzender" firmiert Klaus-Dieter Kumor (Screenshot). Weiter waren als Kontaktadressen u.a. jene von Norbert Schittke und Uwe Bradler angegeben (Screenshot).

Der Internetauftritt erweckte zunächst den Eindruck, unter Zeitdruck erstellt worden zu sein. Eine Rubrik trägt die Überschrift "Spenden" - doch bei der Angabe der Bankverbindung für das Spendenkonto der "PDR" klaffte sowohl Mitte August 2005 eine Lücke (Screenshot) als auch im März 2006 (Screenshot). Bemerkenswert: die "PDR" wirbt mit der Behauptung, Spenden an sie seien steuerlich absetzbar (Screenshot). Es erscheint äußerst fraglich, ob die "PDR" überhaupt die Mindestanforderungen erfüllt, die das Parteiengesetz an eine Partei stellt (vgl. dazu das Schreiben des Bundeswahlleiters zur Frage der Gründung von Parteien; PDF-Datei, ca. 90 kb).

Im März 2006 fanden Schittke und Bradler auf den Internetseiten keine Erwähnung mehr. Stattdessen fällt der Name Erwin Dennl auf, der als "Leiter Öffentlichkeitsarbeit" bezeichnet wird (Screenshot). Dennl wurde im Protokoll der Gründungsversammlung der "Exilregierung Deutsches Reich" auf der Liste der Anwesenden geführt. Außerdem zählte er neben Silvio Zimmermann zu den Partnern und Mitbegründern des Vereins "Neues Wirtschaftswunder" von Ralf Thomaier, einem weiteren Gründungsmitglied der "Exilregierung".

Ebenfalls ins Auge springt der Name Ernst Malinowski, der als stellvertretender Bundesvorsitzender der "Partei" agiert (Screenshot). Vergleicht man das Foto des Ernst Malinowski auf der "Öffentlichkeitsarbeit"-Internetseite der "PDR" mit dem des Otwin Malinowski (ebenfalls Teilnehmer der Gründungsveranstaltung der "Exilregierung") auf einer Internetseite über "Prince Lazarus's Germany Trip", fallen gewisse Ähnlichkeiten bei beiden Personen auf. Unter derselben Postanschrift wie Ernst Malinowski residiert übrigens die "Bundesschatzmeisterin" der Partei Deutsches Reich, Frau Ingrid Karsten.

Die "Partei" gibt sich in ihrem "Programm" relativ handzahm. Keine Rede ist beispielsweise davon, daß die Bundesrepublik Deutschland gar nicht existiere. Im Gegenteil: Besucher der Seite werden mit den Zeilen begrüßt: "Sie befinden sich auf der Seite des Deutschen Reichs einer politischen Organisation als Partner der BRD" (Screenshot). Allerdings ist gleich danach vom fehlenden Friedensvertrag und von einer fehlenden Waffenstillstandsvereinbarung die Rede (siehe dazu hier). Daß - nach Ansicht der "Exilregierung" - die Wiedervereinigung unwirksam ist, ist ebenfalls kein Thema. Im Gegenteil: unter dem Punkt "Geschichtliches und politische Zielsetzung" heißt es sogar: "Der erste Schritt der Wiedervereinigung von BRD und DDR 1990 und die Vermischung zweier sich 50 Jahre konträr entwickelten Landesteile führte zu einem vorhersehbaren Wirtschaftskollaps." (Screenshot). Auch wird nicht ausdrücklich gesagt, daß das bestehende System aktiv bekämpft werden soll, wie es von den "KRRs" gepredigt wird. Im Gegenteil. An vielen Stellen wird betont, "mit den Mitteln der Demokratie" arbeiten zu wollen (Screenshot). An anderen Stellen tritt jedoch der bekannte Gebietsrevanchismus deutlich hervor: "Wir werden auf keinen Meter deutschen Bodens verzichten", heißt es an einer (Screenshot) und

"Erst wenn wir als Bündnispartner des Friedens von unseren Nachbarn anerkannt werden, hat die Bundesrepublick Deutschland, jenes Land, das als Provisorium nach einem schrecklichen Krieg gegründet und als Land der Rechtstaatlichkeit aus der Taufe gehoben wurde, ihr Ziel erreicht. 56 Jahre Frieden für den von der BRD verwalteten Bereich verdient höchstes Lob. Das Deutsche Reich spricht der BRD die größte Anerkennung aus: Sie hat sich für ihren Teil des Deutschen Reichs verdient gemacht. Nach Rückführung der noch besetzten Gebiete wird das Deutsche Reich seinen Platz im Verbund der souveränen Länder dieser Welt einnehmen, ohne je ein Gefahrenpotential für benachbarte Länder darzustellen."

an einer anderen (Screenshot).

Daß dabei die "Rückführung der noch besetzten Gebiete" sicherlich nicht friedlich erfolgen kann, dürfte klar sein.

Ein weiteres Beispiel für die scheinbare Harmlosigkeit der "PDR" ist folgende Aussage:

"Es steht jedoch fest, daß 60 Jahre Frieden für das deutsche Volk - abgesehen vom „Kalten Krieg“- die Überlegenheit der jetzigen Regierungsform zu allen vorher dagewesenen zeigt. Daher ist es zwingend erforderlich, die BRD gegen alle Bestrebungen verschiedener Gruppen zu verteidigen, die sie zugunsten des Wiederaufbaus des Deutschen Reichs in seinen Grenzen von 1937 beseitigen wollen." (Screenshot)

Sie scheint allerdings eher der Distanzierung der "PDR" von Organisationen wie der "Exilregierung" zu dienen, was jedoch angesichts der personellen Verbindungen in der Anfangsphase und selbst jetzt noch wie ein schwaches Alibi wirkt.

Angesichts der Mitwirkung des u.a. wegen Volksverhetzung (im Juni 2006 noch nicht rechtskräftig) zu einer Bewährungsstrafe von 8 Monaten verurteilten Uwe Bradler jedenfalls in der Gründungsphase und der noch immer offensichtlichen Verbindung zur "Exilregierung", die von Verfassungsschützern nach Medienberichten als rechtsextrem eingestuft wird, wirkt die Distanzierung der "PDR" von "allen Greueltaten, die im Namen des Deutschen Reichs in einer Zeit der Fremdherrschaft begangen wurden" (Screenshot) sowie von "der rechten Szene" (Screenshot) allerdings nicht sonderlich glaubwürdig.

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Peters, Werner

Werner Peters bezeichnete sich lange als "Staatspräsident des Freien Volksstaates Württemberg" und war gleichzeitig als "Justizminister" tätig. In diesem Zusammenhang sah er sich einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Heilbronn (14 Js 35320/03) wegen Amtsanmaßung ausgesetzt. Mit Schreiben vom 30.03.2004 teilte die Staatsanwaltschaft Peters mit, daß mit Verfügung vom 22.03.2004 von der Verfolgung gemäß § 154 Abs. 1 StPO abgesehen werde. Die Justiz ermittelte offensichtlich wegen schwererer Delikte gegen Peters.

Wie das Landgericht Stuttgart auf Anfrage mitteilte, wurde Peters schließlich am 18. November 2004 durch das Amtsgericht Ludwigsburg wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, verbotener Mitteilung einer Anklageschrift und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 1 Jahr 2 Monaten verurteilt. Gegen die Verurteilung legten sowohl Peters als auch die zuständige Staatsanwaltschaft Berufung ein. Am 9. März 2005 fand die Berufungsverhandlung vor der 31. Kleinen Strafkammer des Landgerichts Stuttgart statt (31 Ns 5 Js 91011/03). Beide Berufungen wurden als unbegründet verworfen. Peters hatte sich zunächst in Untersuchungshaft befunden. Diese wurde aufrecht erhalten.
Im Rahmen der Berufungsverhandlung wurde auch ein Gutachten über Peters' Schuldfähigkeit erstellt. Die Gutachterin hielt Peters aus psychiatrischer Sicht wegen einer anhaltend wahnhaften Störung für vermindert schuldfähig i.S.d. § 21 StGB. Peters legte umgehend Revision und Haftbeschwerde ein. Nach eigenen Angaben wurde er schließlich am 20. Juli 2005 aus der Haft entlassen (Screenshot). Bereits am 6. Dezember 2005 kam es jedoch zu einer weiteren Hausdurchsuchung bei Peters. Tatvorwurf soll ein Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz gewesen sein (Screenshot).

Aus den von Peters veröffentlichten Dokumenten bzgl. seiner Strafverfahren geht hervor, daß es sich bei ihm um einen ehemaligen Polizeibeamten handelt.

In einer Erklärung vom 12. Februar 2006 begründete Peters, warum er "sämtliche Ämter des 'Deutschen Reiches' niedergelegt" habe (Screenshot). Peters bezeichnet sich inzwischen - soweit ersichtlich - nur noch als "offizieller Rechtbeistand des ECHR - Strasbourg". Dies scheint auf eine Klage Peters' vor dem ECHR zurück zu gehen (Az: 5881/05), die jedoch von diesem als unzulässig abgewiesen wurde. Zum Anlaß der Klage schreibt Peters auf seiner Internetseite:

"Ich wurde 14 Monate inhaftiert, weil ich mein Eigentum gegen die widerrechtlichen Zwangsmaßnahmen dieser Justiz verteidigte. Der einzig Verletzte in dieser Angelegenheit war ich mit viel Reizgas in den Augen.
Tatvorwurf: schwerer Widerstand gegen die Staatsgewalt. Inklusive "Straftat" wegen Veröffentlichung von gerichtlichen Angelegenheiten (meine eigenen) im Internet und Besitz von Munition in geringer Menge. Die Patronen waren über 25 Jahre alt, lagen in meiner Garage und ich hatte diese vergessen, laut "Gesetz"?, nach zu melden!?
"

(Screenshot)

Werner Peters tritt offensichtlich vor allem in Zwangsvollstreckungsverfahren als "Rechtbeistand" auf. Er legt Wert darauf, nicht als "Rechtsbeistand" bezeichnet zu werden, da er "nichts mit der rechten oder linken Szene" zu tun haben wolle (Screenshot). Dies hielt ihn allerdings nicht davon ab, auf seiner Internetseite zeitweilig (so im Januar 2007) unter Verwendung von Hakenkreuz-Symbolik für die "Reichsregierung" des "Reichskanzlers" Markus Noack zu werben (Screenshot). Deren Internetseite, auf der sich ebenfalls Hakenkreuz-Symbole als "Hoheitszeichen des Deutschen Reiches" sowie u.a. Reden Adolf Hitlers befanden, ist auf Andreas Vellmer registriert, ehemaliger "Innenminister" der Ebel-"Regierung". "Reichskanzler" Noack machte 2005 als Bundesvorsitzender der "CDSA" (Christlich Demokratisch Soziale Allianz Deutschlands) auf sich aufmerksam.

Nur folgerichtig erschien daher eine Mitteilung Peters' vom 11. Januar 2007 (Screenshot), aus der sich ergab, daß es eine weitere Hausdurchsuchung bei ihm gegeben hatte. Vorgeworfene Taten diesmal: Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und "Vertretung anderer in rechtlichen Angelegenheiten" (StA Stuttgart, 5 Js 46116/06). Die Werbung für die Seite der "Regierung Noack" beendete Peters schließlich nach eigenen Angaben nicht wegen der Nazi-Symbolik und -Propaganda, sondern weil er herausfand, daß Noack "eine Partei auf der Basis der 'BRD' gegründet hatte" (Screenshot).

Als "Rechtbeistand" belästigt Peters Gerichte u.a. mit Beschwerden über "das ordinäre Verhalten" von Rechtspflegerinnen, fordert Entschädigungen "von mindestens 5.000.000,- US$ pro Tag" oder den Nachweis der Existenz der Bundesrepublik Deutschland. Auch droht er mit der Beantragung internationaler Haftbefehle sowie Strafanzeigen "bei allen internatioanlen Staatsanwaltschaften u. Gerichten" (Screenshot) u.a.

Im Juli 2009 veröffentlichte Peters kurzzeitig einen Hilferuf auf seiner Internetseite. Vom Amtsgericht Reutlingen war er im Dezember 2008 wegen Beleidigung - rechtskräftig - zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 40 EUR verurteilt worden (Az: 4 Ds 21 Js 11060/08). Diese Geldstrafe hatte er nicht bezahlt, weswegen nun die Vollstreckung der Ersatzhaft (100 Tage) angeordnet worden und ein Vollstreckungshaftbefehl gegen Peters ergangen war. Peters flehte auf seiner Interneite: "Lasst mich bitte nicht im Stich...." und bat - unter Angabe der Kontonummer der zuständigen Staatsanwaltschaft - darum, den Gesamtbetrag an diese zu überweisen (Screenshot). Später verschwand der Hilferuf von seiner Internetseite - und Peters blieb auf freiem Fuß. Siehe dazu auch diesen Artikel im Blog der "KRR"-FAQ.

Werner Peters scheint aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten seine Liebe zum "Deutschen Reich" entdeckt zu haben. Im Januar 2004 berichtete er jedenfalls ausführlich von einer bei ihm erfolgten Zwangsräumung.

"Diese Zwangsräumung entstand, weil ich mich geweigert hatte, weitere Raten zu bezahlen, denn sämtliche Vereinbarungen mit der *** wurden durch diese nicht eingehalten!"

(Screenshot)

Stand: 27.07.2009

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P., Martina

Erschütternd ist der "Fall" der gelernten Kartographin Martina P. Sie gründete die Bürgerinitiative "Abwasser Abzocke - Nein Danke". Darin wehrte sie sich seit etwa Ende 2003 gegen Beitragsbescheide für Abwasser und veranstaltete Demonstrationen, an denen nach Angaben der "Thüringer Allgemeine" vom 10.02.2004 bis zu 500 Menschen teilnahmen. Schließlich mußte der die Bescheide ausstellende Zweckverband Fehler zugeben und die Bescheide aussetzen. Martina P. erlangte überregionale Bekanntheit und bekam so auch Kontakt zur "Reichsregierung" des Herrn Ebel. Hier erkannten einige geschäftstüchtige "Regierungsmitglieder" eine gute Gelegenheit, eine komplette Bürgerinitiative zu "übernehmen" und schalteten sich in die Arbeit ein. Im Gästebuch der "Abwasser-Abzocke"-Internetseite fanden sich fortan Einträge von Frank Wolfgang Richter, Manfred Herzog, Klaus-Dieter Weisheit u.a.
P. veröffentlichte auf der Internetseite die "Rechtsgrundlagen" der "KRR", bekam Kontakt auch zum BfeD des Norbert Steinbach und befand sich somit mitten in einem Sumpf. Die Folge: die verstandesbegabten Mitglieder der Bürgerinitiative wehrten sich nach Informationen der "Thüringer Allgemeine" dagegen, mit "diesen Spinnern" in Verbindung gebracht zu werden, insbesondere nach einer Rede des Herrn Weisheit am 01.02.2004. Es wurde Unverständnis darüber geäußert, daß Martina P. auf solche "Rattenfänger" hereinfalle.

Nach einem Bericht der TLZ vom 10.02.2004 distanzierte sich auch die Bürgerallianz Thüringen (eine Dachorganisation der Bürgerinitiativen) von P. und ihrer Bürgerinitiative. Man wolle nichts mit jenen Gruppen zu tun haben, "die dem rechten Spektrum zuzuordnen seien".

Es kam zur Spaltung der Bürgerinitiative, P. schien isoliert und verstieg sich immer weiter in ihre kruden Phantasien. Sie sah sich und ihre letzten verbliebenen Mitstreiter als "subversive Vereinigung", zeigte beispielsweise u.a. die Thüringer Finanzministerin wegen "Hochverrat, Nötigung und versuchter räuberischer Erpressung" an, fordert handschriftlich unterschriebene Urteile (siehe dazu hier), glaubte an die Existenz der "Kanzlerakte" (siehe hier), erklärte ihr Grundstück "zum Staatsgebiet des Deutschen Reiches", verbot dem Postboten, Briefe an sie zuzustellen, sah gefährliche "Chemtrails", behauptete, Helmut Kohl heiße in Wirklichkeit Hennoch Kohn, sei also Jude (Screenshot; siehe zu diesem Thema -> H-Ref) und zitierte völlig ungeniert aus den "Protokollen der Weisen von Zion" (Screenshot).

Als ihr "Hauptanliegen" bezeichnete sie nun, "unsere Kinder vor der Vergiftung ihrer Gehirne mit der alliierten Lügenpropaganda der deutschen Lehrpläne zu schützen und ihnen endlich die Wahrheit bezüglich der Kriegsschuld und über den sog. Holocaust zu sagen" (Screenshot).

Am 23.05.2004 nahm Martina P. an einer "Reichsversammlung" teil, wie deren Veranstalter, Christian Bärthel, mitteilte. Gast und Redner war ebenfalls Horst Mahler.

Gegen Martina P. wurde wegen verschiedenster Vorwürfe ermittelt, anfänglich in erster Linie wegen Beleidigung (z.B. Amtsgericht Gotha, Az.: Cs 580 Js 13866/04 51). Am 29.06.2004 berichtete die "Thüringer Allgemeine" über ein Verfahren im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Schreibens, das angeblich vom damaligen Thüringer Innenminister stammen sollte. Darin wurde den Bürgern des "Deutschen Reiches" zugesichert, daß diese keine "Wasser- bzw. Abwasserbeiträge" mehr zu zahlen bräuchten und eine "umfängliche Steuerbefreiung" in Aussicht gestellt. Auch wenn es eigentlich offensichtlich ist, daß es sich hierbei um eine Fälschung handelt, erstattete das Innenministerium Strafanzeige gegen P. und behielt sich in einer Presseerklärung zivilrechtliche Schritte vor. Wohl zurecht und dennoch zwecklos, denn noch immer wird dieses Schreiben verbreitet und eine Fälschung ausgeschlossen (Screenshot). Daran ändert auch eine Unterlassungsklage des ehemaligen thüringischen Innenministers gegen Martina P. vor dem LG Erfurt nichts (Az.: 3 O 1677/04), von der P. in ihrem "Tagebuch" berichtete. (Weitere Details siehe hier.)

Martina P. schreckte auch nicht davor zurück, ihre minderjährige Tochter für ihre "Aktionen" zu mißbrauchen. So war in ihrem "Tagebuch" am 26. September 2004 zu lesen, daß sie ihre Tochter von der staatlichen Grundschule abgemeldet und an keiner anderen Schule angemeldet habe. Daher leitete das Schulamt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Schulpflichtverletzung ein. Martina P. schreckte dies nicht. Obwohl nach ihren eigenen Angaben die Tochter zur Schule gehen wollte ("sie selbst möchte das auch und drängt täglich auf eine Klärung"), hielt sie sie zurück und schrieb in einem Brief an das Schulamt:

"Können Sie uns bitte schriftlich bestätigen, dass die BRD, das alliierte Verwaltungsprovisorium, noch existiert und nicht 1990 durch Streichung des Artikel 23 aus dem Grundgesetz (siehe Einigungsvertrag) erloschen ist?
Sobald uns diese, Ihre schriftliche Bestätigung zugeht, wird unsere Tochter die Schule wieder besuchen!

(...)
Es würde uns ungemein freuen, wenn Sie uns diese schriftliche Aussage zukommen ließen, denn dann wäre die Welt wieder in Ordnung und unsere Kleine wäre nicht mehr in Gefahr" (Screenshot).

Am 26.10.2004 war in der "Thüringer Allgemeine Zeitung" von einer Hausdurchsuchung bei P. zu lesen. Gegen sie wurde seitens der Staatsanwaltschaft Erfurt wegen mehrfacher Volksverhetzung, Beleidigung und Verleumdung ermittelt. Der Eintrag, den sie daraufhin in ihrem "Tagebuch" veröffentlichte, wirkte so, als sei sie beeindruckt (Screenshot).

Am 02.11.2004 berichteten TLZ und TA von einem Autounfall, bei dem Martina P. und ihre Tochter tödlich verunglückten.

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Rechtsnormen-Schutzverein

-> Interim Partei Deutschland, IPD

-> Ludowici, Edgar Romano

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Reez, Dieter

Dieter Reez (auch bekannt als Dieter Behre-Reez) wurde auf der Internetseite der "reichsrechtlichen Rechtssachverständigen" des Dr. Uwe Hübner (alias Dr. Uwe Ryguschik) als ein solcher geführt (Screenshot). Sein Schwerpunkt: Strafrecht.

Dies allein ist eigentlich nichts Besonderes. Interessant wird es jedoch, wenn man einen Blick in Reez' Vergangenheit wirft. Die "Mitteldeutsche Zeitung" (MZ) widmete ihm am 30.04.2002 einen Artikel mit dem Titel "Vor 3500 Jahren war ich ein Priesterheiler". Darin wird Reez als "'doctor of metaphysics, Radoniker, Heilpraktiker und Reichsdeutscher Bürger" vorgestellt. Ein Mitarbeiter des zuständigen Landratsamtes wird mit der Aussage zitiert, daß für Herrn Reetz keine Erlaubnis vorliege, als Heilpraktiker tätig zu sein. Reetz hingegen hat sich seine Tätigkeit von den "reichsdeutschen Behörden" genehmigen lassen. Nach eigenen Angaben habe Reez in Leipzig Gesang studiert und 33 Monate wegen "staatsfeindlicher Hetze und Propaganda" in einem DDR-Gefängnis gesessen.

Doch auch mit der bundesdeutschen Justiz hat Reez ausgiebig Erfahrungen gesammelt.

So ist er im Jahre 2001 vom Amtsgericht Wittenberg in mehr als 300 Fällen wegen der "Ausübung der Heilkunde ohne Genehmigung" sowie wegen Urkundenfälschung zu einem Jahr und sechs Monaten Haftstrafe auf Bewährung sowie zur Zahlung von 10 000 Mark an eine gemeinnützige Vereinigung verurteilt worden. Zum Zeitpunkt des o.g. Berichts der MZ lag nach Auskunft des Pressesprechers des Landgerichts Dessau ein Antrag der Staatsanwaltschaft vor, die Bewährung zu widerrufen.

Am 31.05.2003 berichtete die MZ erneut über Reez. Die Überschrift: "Gutachten für einen 'Gesunden' / Radoniker vor Gericht". Reez stand demnach im Rahmen einer von ihm angestrengten Berufungsverhandlung vor der 3. Kleinen Strafkammer des Dessauer Landgerichts. Das Amtsgericht Wittenberg hatte ihn erstinstanzlich zu einer 6-monatigen Freiheitsstrafe wegen Mißbrauchs von Titeln in 2 Fällen verurteilt. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß Reez aus der Haft zur Verhandlung vorgeführt wurde. Der Kammervorsitzende habe ein medizinisch-psychiatrisches Gutachten angeordnet, um feststellen zu lassen, ob Reez verhandlungs- und schuldfähig sei. Ein Ergebnis ist nicht bekannt.

Damit nicht genug. Am 19.07.2003 erschien in der MZ ein Bericht über eine andere Berufungsverhandlung in Sachen Reez ("Berufung verworfen"). So sei Dieter Reez erstinstanzlich wegen falscher Versicherung an Eides Statt zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten verurteilt worden. Reetz hatte bei einem "Offenbarungseid" ein Konto verschwiegen. Seine Berufung wurde von der 3. Kleinen Strafkammer des Dessauer Landgerichts verworfen, Reetz zu 8 Monaten Haft verurteilt. Die Erhöhung der Strafe hänge mit der Einbeziehung eines Strafbefehls wegen Titelmißbrauchs zusammen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, so die MZ in ihrem Bericht. Erst wenige Tage vor dieser Verhandlung hatte Reez durch einen "Hungerstreik" im Gefängnis auf sich aufmerksam gemacht.

Am 8. Mai 2004 erschien noch ein Bericht der MZ, in dem Dieter Reez am Rande erwähnt wird. Der eigentliche Gegenstand des Berichts ("Polizeieinsatz am Grauen Stein / Behörden schließen ein Waldrestaurant") war die Räumung des Waldrestaurants seiner Lebensgefährtin. Es habe sich dabei um eine Betriebsstättenschließung gehandelt, da die Gewerbegenehmigung abgelaufen gewesen sei. Auch Reez' Lebensgefährtin berief sich auf das "Deutsche Reich" und auf "Genehmigungen" der "kommissarischen Reichsregierung". Reez selbst wollte das Gebäude nicht freiwillig verlassen und wurde von der Polizei hinausgetragen. Das Resultat dieser Aktion: die zuständige Verwaltungschefin und zwei ihrer Mitarbeiter erhielten Briefe des "reichsrechtlichen Rechtssachverständigen" Reez, in denen dieser die üblichen Vorwürfe von "Landes- und Hochverrat" bis hin zu "terroristische(n) Handlungen gegen die Interessen der USA" erhoben habe. Reez habe sich, so ist einem weiteren Artikel der MZ ("Briefe mit Terror-Vorwürfen" vom 01.06.2004) zu entnehmen, in diesen Schreiben wieder mit einem Doktortitel geschmückt und sich zudem als "Präsident des kommissarischen Landtags" bezeichnet. Die Verwaltungschefin habe Strafanzeige erstattet, die Schreiben seien an den Staatsschutz weitergeleitet worden.

Doch Reez tritt nicht nur strafrechtlich in Erscheinung.

Bereits im Jahr 2001 hatte er Ärger mit dem Bauamt. Er hatte unberechtigt eine Werbeanlage errichtet. Die Behörde hatte ein Zwangsgeld in Höhe von 500 Mark erlassen und dieses (zzgl. Gebühren) schließlich mittels Kontopfändung eingezogen. Gegen die Pfändung habe sich Reez vor dem Verwaltungsgericht Dessau gewehrt. Zur angesetzten Verhandlung sei er, so ist einem bericht der MZ vom 16.05.2002 zu entnehmen, nicht erschienen.

Neben seiner Tätigkeit für das "Reich" ist Dieter Reez als Betreiber des "Radonic Institute Inc." bekannt. Für dieses wird auf den Seiten der "Rechtssachverständigen" geworben (Screenshot).

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Richter, Frank Wolfgang

Der "KRR" unter Herrn Ebel zuzuordnen ist Frank Wolfgang Richter, der sich selbst als "in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis stehend und durch die USA gewollter und genehmigter Oberpräsident des Kommissarischen Oberpräsidiums der Provinz Sachsen" bezeichnet.

Die Formulierung "durch die USA gewollt und genehmigt" zeigt an, daß auch er mittels der "Wir-basteln-uns-eine-Ermächtigung-durch-Einschreiben-Rückschein"-Masche an die "Macht" gekommen sein will.

Vor seiner Mitgliedschaft in der "KRR" des Herrn Ebel war der gelernte Tischler Mitglied der rechtsextremen DSU und DVU.
Als DSU-Mitglied wurde er 1994 zum Vorsitzender des brandenburgischen Landesverbandes gewählt, kandidierte im selben Jahr auf Listenplatz 9 für die Europawahl.
Als DVU-Mitglied kandidierte er 1999 bei der Landtagswahl in Brandenburg, wurde später Referent der DVU-Fraktion im Brandenburger Landtag.

Richter ist mehrfach vorbestraft, wie der nachfolgende kurze Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zeigt.

Am 15.09.2003 erließ das Amtsgericht Bad Liebenwerda einen Strafbefehl gegen ihn (36 Ds 1630 Js 26788/02 (389/03)), in dem wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 10 EUR festgesetzt wurde.

(Vom selben Tag stammt ein Strafbefehl des AG Bad Liebenwerda gegen seine Ehefrau, ebenfalls wegen Beleidigung; 36 Ds 1630 Js 26789/02 (388/03): Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 25 EUR.)

Am 01.12.2003 erging gegen ihn ein Strafbefehl des AG Halle wegen Verleumdung und Amtsanmaßung (Az.: 303 Cs 426 Js 31952/03; 50 Tagessätze à 30 EUR),

Außerdem wurde er aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, da er sich unerlaubt als "Rechtsberater" betätigte.

Richter weigert sich - wie z.B. auch Manfred Herzog - , gegen ihn verhängte Geldstrafen und/oder Bußgelder zu bezahlen. Wegen nicht bezahlter Bußgelder mußte er bereits mindestens einmal für 13 Tage in (Beuge-)Haft.

Im Rahmen eines Betreuungsverfahren vor dem Amtsgericht Bad Liebenwerda wurde von einer Psychiaterin im Juli 2003 ein Gutachten erstellt, in dem diese zu dem Ergebnis kommt, daß bei Richter weder eine psychische Krankheit noch eine sonstige Behinderung bestehe. Vielmehr leide Frank Wolfgang Richter an einer leichten Persönlichkeitsstörung im Sinne eines Fanatismus.

Inzwischen ist es um Richter deutlich ruhiger geworden.

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Roeder, Manfred

Auch der 1982 wegen Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 13 Jahren Haft verurteilte Manfred Roeder vertritt einige der wesentlichen "Reichsthesen". Gut zu erkennen ist dies zum Beispiel anhand eines "offenen Briefes" aus dem Jahr 2000, welcher am 19. August 2002 im Internetforum des "Michael Kent" veröffentlicht wurde. Darin beruft sich Roeder auf das bekannte Urteil des Bundesverfassungsgericht aus dem Jahr 1973 und schreibt: "Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Staat!" (Screenshot). Er behauptet darin zudem, das Grundgesetz sei keine Verfassung. Am Schluß des Briefes heißt es: "Die BRD gehört zum traurigsten und würdelosesten Abschnitt unserer deutschen Geschichte und muß so schnell wie möglich beendet und durch das Reich ersetzt werden". In dem Brief wirft Roeder Regierung und Bundestag zudem vor, "alle nur erdenklichen Geschichtslügen gegen Deutschland" zu fördern und "die Judaisierung unseres Volkes" zu betreiben (Screenshot).

Im Mai 2004 trat Roeder eine 10-monatige Freiheitsstrafe an, zu der ihn das Landgericht Frankfurt im August des Vorjahres wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole verurteilt hatte. Einem Bericht bei hr-online ist zu entnehmen, daß die Verurteilung aufgrund des "offenen Briefes" erfolgte, der auch bei o.g. Michael Kent veröffentlicht ist.

-> Mehr zu Roeder siehe Wikipedia

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Runde Tisch, Der

Da die diversen "Reichsregierungen" immer unglaubwürdiger werden, versuchen einige "Reichsideologen" inzwischen, ihre Ideologie auf andere Weise zu verbreiten. Neben Parteien wie der "Interim Partei Deutschland", die das "Reich" nur noch mit dem Zusatz "Das reicht!" im Namen zu tragen scheint, sind so genannte "Bürgerrechtsbewegungen" oder ähnliches eine gute Tarnung. Bestes Beispiel ist der "Runde Tisch", dessen Name eine bewußte Anlehnung an das Verfahren des "Runden Tisches" in der Wendezeit 1989/90 ist, wahrscheinlich, um gerade bei enttäuschten und frustrierten Bürgern aus den Neuen Bundesländern auf Stimmenfang zu gehen.

Der erste "Runde Tisch" entstand in Magdeburg unter Federführung der Herren Thomas Tischer und Godwin Bachmann. Beide waren in der Szene der "Reichsideologen" bereits zuvor bekannt. So zum Beispiel für ihr "Justizzentrum Magdeburg" (siehe dazu auch -> Hoffmann, Robert) oder für das "Reichsverwaltungsamt", die beide unter derselben Adresse in Magdeburg firmierten.

Der "Runde Tisch" Magdeburg konnte sich dabei auf einen bekannten Namen aus der Wendezeit stützen: Wolfgang Schnur, einige Monate Vorsitzender der Partei "Demokratischer Aufbruch". Thomas Tischer berief sich in seinen Vorträgen oft auf Schnur, der im "Justizzentrum" Rechtsberatung erteilt habe. Dies wäre bemerkenswert, da Schnur 1993 die Anwaltszulassung wegen Mandatsverrat und "Unwürdigkeit" entzogen worden war. Er habe sich an den "Grundsätzen der Menschlichkeit und der Rechtsstaatlichkeit" vergangen (-> Wikipedia zu Wolfgang Schnur).

Auf Godwin Bachmann war jedenfalls im Januar 2007 die Domain des Runden Tisches Magdeburg registriert, inzwischen (Stand: 07.04.2009) hat sie einen neuen Eigentümer und steht zum Verkauf. Die Domain des "Reichsverwaltungsamtes" sowie die des angeschlossenen Shops waren ebenfalls jedenfalls noch im Januar 2007 auf Godwin Bachmann registriert; sie sind inzwischen (Stand: 07.04.2009) nicht mehr vergeben. Im Shop wurden u.a. "Staatsanleihen" des "Deutschen Reiches" verkauft.

Thomas Tischer war nach einem Bericht von "Blick nach rechts" (10/2007) "Funktionär des rechtspopulistischen Bundes Freier Bürger – Offensive für Deutschland".

Im April 2007 verursachten die Herren Bachmann und Tischer einigen Wirbel.

Zunächst berichtete am 18.04.2007 das "Weißenburger Tageblatt" über eine Strafverhandlung vor dem Landgericht Ansbach. Ein "Reichsbürger" war gegen eine Verurteilung durch das Amtsgericht Weißenburg zu einer Geldstrafe in Berufung gegangen. Vor der Landgericht trat nun Godwin Bachmann als "Rechtsberater" auf, wurde allerdings vom Gericht abgelehnt, da er kein Anwalt sei.

Nur 3 Tage später berichtete Volksstimme.de über Aufruhr in Gommern, Jerichower Land (Sachsen-Anhalt). Dort war die "Wasserburg", ein "historischer Hotel-Restaurant-Komplex" in einem über 1000 Jahre alten Gemäuer, von zwei Investoren aus Hessen und Bayern gepachtet worden. Kurz darauf wurde bekannt, daß zwei Mitglieder der Geschäftsführung mit den "Reichsregierungen" in Zusammenhang standen. Bei diesen Mitgliedern handelte es sich um Godwin Bachmann und Thomas Tischer. In diesem Bericht der "Volksstimme" am 21.04.2007 erzählten Bachmann und Tischer zu ihrer Verteidigung eine abenteuerliche Geschichte: sie hätten angeblich "im Auftrag der BRD" und "undercover" an einem Beitrag der Sendung "sternTV" mitgewirkt, welche Ende Februar 2008 über die "dubiosen Geschäfte" mit dem "Deutschen Reich" berichtet hatte. Die neuen Pächter wollten sich rechtliche Schritte vorbehalten, sollten sie mit "Reichsbürgern" in einem Topf geworfen werden. Doch die "Volksstimme" deckte auf, daß zumindest der Pächter aus Bayern wohlwissend Kontakte zum "Justizzentrum des Zweiten Deutschen Reiches" hatte.

Der für den "sternTV"-Bericht verantwortliche Redakteur kam in einem weiteren "Volksstimme"-Artikel am 24.04.2007 zu Wort. "Hirngespinste" seien die Undercover-Aussagen Tischers. Dieser habe zudem noch im Februar 2007 auf Vorträgen für das "Deutsche Reich" geworben.

In einem Beitrag vom 25.04.2007 hieß es über Thomas Gregor Tischer: "Aus Polizeikreisen wurde gestern bekannt, dass gegen 'Reichsinspektor' Tischer Ermittlungsverfahren laufen – unter anderem wegen des Verdachts der Unterschlagung". Was aus diesen Verfahren inzwischen geworden ist, ist der "KRR"-FAQ leider nicht bekannt.

Am 26.04.2007 dokumentierte die "Volksstimme" schließlich die "tiefe Bestürzung" der örtlichen Politik über den "Geist, der hier einziehen soll". Vom Rechtsanwalt eines Pächters sei der "Volksstimme" jedoch mitgeteilt worden, daß der "Inspektor des Deutscher Reiches", Thomas Tischer, "nur vorübergehend für die derzeit in der Türkei befindlichen Pächter als Ansprechpartner für das interessierte Publikum tätig" sei. Gleiches gelte für Godwin Bachmann.

Am 9. August 2008 berichtete die "Volksstimme" erneut über die Wasserburg. In erster Linie ging es hierbei um rechtliche Auseinandersetzungen bezüglich des Pachtzinsen. Zu Tischer und Bachmann hieß es, die Pächter hätten diese nach Bekanntwerden ihrer Tätigkeit für das "Deutsche Reich" offiziell "vor die Tür gesetzt". Die Stadt Gommern habe aufgrund der "anrüchigen Verbindungen" ihre Zusammenarbeit mit den Objektbetreibern auf das Nötigste zurückgefahren.

Anfang des Jahres 2008 tauchte Godwin Bachmann im Zusammenhang mit einem "Multi Car System" (MCS) als "Vertriebspartner" auf (Screenshot). Hier könne man angeblich für Preise ab 2,05 EUR pro Tag "immer einen Neuwagen fahren", heißt es. Das ganze sogar ohne SCHUFA-Prüfung. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern warnte bereits im Januar 2008 vor "vorschnellen" Vertragsabschlüssen. Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) riet, "das nur mit spitzen Fingern" anzufassen. Die gesamte Firmenkonstruktion erscheine fragwürdig, es sei "ein schwer durchschaubares Geflecht", heißt es in diesem Artikel der "Markenpost" vom 16.02.2008.

Weniger Medienwirbel wird um einen weiteren "Runden Tisch" gemacht: den "Runden Tisch Berlin".

Betrieben wird dieser von Thomas Patzlaff. Dieser "Runde Tisch" entstand aus seinem Pendant in Magdeburg, da viele der dort besonders aktiven Teilnehmer "in Berlin ansässig" seien (Screenshot). Bei den Treffen treten teilweise die "üblichen Verdächtigen" aus der Szene der "Reichsideologen" auf. Für eine Veranstaltung am 16.06.2007 angekündigt waren zum Beispiel Klaus-Dieter Weisheit und Erhard Lorenz (der auf der Kontakt-Seite des "Runden Tisches" als für "Bildung, Erziehung und Kunst" Zuständiger aufgeführt ist - Screenshot), aber auch der bereits o.g. Wolfgang Schnur. Für eine Veranstaltung am 24.11.2007 waren allerdings Themen wie "Atlaswirbel, Impfen, kronische Measmen", "Plasmodien und Krankheit, Natriumchlorit (...) ein neues Wundermittel?" und "Frischer Wind e.V. - Für ein neues Krankenversichertensystem" angekündigt. Nicht eben die typischen Themen, die man auf einer "reichsdeutschen" Veranstaltung erwartet.

Ebenfalls im November 2007 wurde von Patzlaff in einer E-Mail angekündigt, daß die Teilnahme am "Runden Tisch" nicht mehr kostenlos sein werde. Preise zwischen 5 EUR und 3 EUR (für "Hartzgespeiste") standen im Raum.

Im Januar 2009 erwies sich Patzlaff als eine der treibenden Kräfte bei der Gründung des "Fürstentums Germania".

Stand: 07.04.2009

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Letzte Änderung: 27.07.2009.

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